Informationen zum „Neubau Feuerwehr-Gerätehaus in Jahnsdorf“ auf Standort neben Vereinssaal (heutiger Parkplatz)
Wie auch schon in der Einwohnerversammlung am 26. 05. 2009 im Sportlerheim Jahnsdorf vorgestellt, möchte unser Bürgermeister im Folgenden über das Vorhaben „Neubau Feuerwehr-Gerätehaus in Jahnsdorf“ informieren:
Dies ist ein Vorhaben, bei dem sowohl die Gemeinde als auch die Feuerwehr immer transparent – und als ein Ergebnis feststand – auch öffentlich zusammengearbeitet haben und unsere Bürger entsprechend informiert worden sind. Hier hat niemand etwas hinter verschlossenen Türen „ausgeheckt“, wie vielleicht ein unschöner Kommentar in der Freien Presse Ende Januar 2009 den Eindruck erwecken ließ.
Im Folgenden dargestellt der Werdegang des Vorhabens in Form eines Rückblicks:
Neubau/Umbau Feuerwehrgerätehaus Jahnsdorf – Rückblick
- September 2006: Variantenuntersuchung mit Kostenschätzung durch das IB Lehmann
- Variante 1: Neubau Feuerwehrgerätehaus mit Vereinssaal (Kosten für Vereinssaal anteilig nicht förderfähig) 1,543 Mio. €
- Variante 2: Neubau einer Fahrzeughalle mit Einsatz- und Nebenräumen, nebst Errichtung der erforderlichen Außenanlagen 626 T€ und Umnutzung und Teilsanierung Altbau 768 T€
- Beide Varianten enthielten nichtförderfähige Kosten.
- November 2006: Klausurtagung mit Ausarbeitung eigener Entwürfe der Kameraden in Anlehnung der Variante 2
- Mai 2007: Beschluss des Brandschutzbedarfsplanes im Gemeinderat (als Voraussetzung für den zukünftigen Erhalt von Fördermitteln) und anschließender gemeinsamer Austausch mit den Kameraden der Jahnsdorfer Wehr und den Gemeinderäten
- September 2007: Erneute Anmeldung zur Prioritätenliste des Landkreises zur Beantragung von Fördermitteln
- Verhandlungen mit der Bank und dem Eigentümer zum Erwerb des Thieme-Gebäudes
- Untersuchung Thieme-Gebäude durch das IB Lehmann zur Nutzung als Feuerwehrgerätehaus (Kostenschätzung für Sanierung und Umbau: 1,1 Mio. € - hierbei Förderquote ungewiss) zzgl. Kosten Grundstückserwerb
- Auswertung aller vorliegenden Erkenntnisse mit IB Lehmann und der Jahnsdorfer Wehr
- Oktober 2007: Beantragung von Rücklaufmitteln
- August 2008: Erneute Anmeldung zur Prioritätenliste
- Oktober bis Dezember 2008: Intensive Recherchen der Jahnsdorfer Wehr zu vergleichbaren Neubauvorhaben (Gründung einer Arbeitsgruppe – AG)
- Vorplanung durch IB Lehmann und Abstimmung mit Gemeinde und AG
- Abstimmung der Vorplanung mit Unfallkasse Sachsen und Referat Feuerwehrwesen im Landratsamt
- Januar 2009: Nichtöffentliche Vorstellung der Vorplanung im Gemeinderat und Aufzeigen der Finanzierung
- Februar 2009: Öffentliche Vorstellung des Vorhabens im Gemeinderat und Beantragung Fördermittel
- Mai 2009: Erhalt des Zuwendungsbescheides über die Gesamtmaßnahme
- Juni 2009: Bauantragstellung
- Oktober 2009: Voraussichtlicher Baubeginn
Warum investieren wir in einen Neubau für unsere Feuerwehr Jahnsdorf?
Selbstverständlich hat das alte Gerätehaus einen gewissen Bestandsschutz, solange es keine andere Alternative gibt. Im vorhandenen Gerätehaus, insbesondere in der Fahrzeughalle geht es seit Anschaffung der neuen Fahrzeuge sehr eng zu – es besteht insbesondere im Einsatzfall Unfallgefahr für unsere Kameraden. Aus diesem Grund wurden in der Vergangenheit immer wieder Sanierungs- und Umbauarbeiten diskutiert. Es war nie ganz klar, ob die gesetzliche Unfallkasse bei einem Unfall aufgrund der ungünstigen Bedingungen insbesondere für Personenschäden aufgekommen wäre.
Wenn man sich im Altkreis Stollberg (und auch im neuen Erzgebirgskreis) umschaut, dann erkennt man schnell, dass die meisten Orte über neue und moderne bzw. sanierte Feuerwehr-Gerätehäuser verfügen. Hier haben die Gemeinden in den vergangenen Jahren seit 1990 viel investiert. Die Gemeinde Jahnsdorf hat sich erstmals in 2006 für eine beabsichtigte Sanierung / Anbau oder Neubau eines Feuerwehr-Gerätehauses zur Prioritätenliste (= Warteliste für An-schaffungen im Feuerwesen) angemeldet. Nunmehr hat sich die Wartezeit gelohnt. Es besteht auch ein sehr günstiger Zeitraum, da es momentan 75% Fördermittel für ein derartiges Vorhaben gibt (Zuwendungsbescheid über 623 TEUR mit Förderquote der zuwendungs-fähigen Kosten über 75 %). Dies stellt eine angehobene Förderquote von eigentlich 50 % um 25%-Punkte aufgrund des Förderniveaus Konjunkturpaketmittel dar. Diese Gelegenheit wird nie wieder kommen und es wäre nach unserer Einschätzung nicht zu entschuldigen, wenn wir diese Chance nicht nutzen würden.
Im Juni 2008 hat sich unsere Wehr zur 125-Jahr-Feier in Jahnsdorf nicht nur beispiellos präsentiert, nein sie hat auch einen beispiellosen Zuspruch durch die vielen Besucher aus der Gemeinde und die zahlreichen Gäste erfahren. Es ist daher nur sachgerecht und verdient, dieses Vorhaben weiter für die Jahnsdorfer Wehr voranzutreiben. Es ist in erster Linie eine notwendige Maßnahme, um unsere Pflichtaufgabe Feuerwehr für jeden einzelnen Bürger sicherzustellen.
Im Übrigen war seit dem Abriss der Fabrik im Jahr 2002 regelmäßig über eine sinnvolle Nachnutzung des Platzes nachgedacht worden (einige Beschwerden von Anliegern wegen Staub- und Lärmentwicklung, v. a. im Sommer durch regen PKW-Verkehr werden regelmäßig an die Gemeinde herangetragen).
Man wird es natürlich spüren, wenn dieser Platz, den es auch erst seit 6 bis 7 Jahren gibt, nicht mehr vollumfänglich als Parkplatz zur Verfügung steht. Für diesen Wegfall hat sich die Gemeinde Gedanken gemacht, und wir greifen zur Kompensation der wegfallenden Park-plätze auf bereits in der Nähe vorhandene sowie auf neue Parkplätze zurück. Ausgehend von einer Mindestanzahl von 29 Parkplätzen für unsere Größe des Vereinssaales und der Tatsache, dass dort ca. 40 PKW Platz finden, würde sich nach der Fertigstellung des Gebäudes folgendes Parkplatzangebot ergeben:
- 11 Parkplätze hinter dem Neubau (alter Parkplatz),
- mindestens 5 Parkplätze auf dem Ausfahrtsplatz der heutigen Feuerwehr,
- 21 Parkplätze bereits vorhanden durch Parktaschen entlang der Chemnitzer Straße im Einzugsgebiet des Vereinssaales (hier kommt es natürlich auf die gegenseitige Rücksichtnahme auch der Anlieger an, dass es sich hierbei nicht um Dauer-, sondern um öffentliche Parkplätze handelt – die Gemeinde prüft daher die Aufnahme von Parkzeitbeschränkungen)
- zusätzliche Anmietung von ca. 20 Parkflächen – etwa INTEGRA-Grundstück und anderes Grundstück an der Chemnitzer Straße in diesem Bereich insbesondere zu Veranstaltungen – hier befindet sich die Gemeinde mit den jeweiligen Grundstückseigentümern im Gespräch.
Ohne die zusätzliche Anmietung von Parkplätzen würden insgesamt 37 öffentliche Parkplätze etwa für Besucher des Vereinssaales nach Fertigstellung des Neubaus zur Verfügung stehen. Damit würde nicht nur die Mindestanzahl von 29 erfüllt, sondern auch der heutigen Bedarfs-nutzung von ca. 40 PKW entsprochen.
Ich möchte bei Ihnen, sehr verehrte Bürgerinnen und Bürger, mit diesen längeren Ausführungen trotz der ernstgenommenen Parkplatzkritik um Verständnis und Zuspruch für das aufgezeigte und unten im Bild dargestellte neue Feuerwehrgerätehaus werben.
Ihr Bürgermeister
Carsten Michaelis



